Limes Tagungen

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Limes-Tagung 11. Mai 2004
 
Der Limes soll kreisweit koordiniert werden

Die Überreste des Limes und der dazu gehörenden Anlagen sind auch heute noch in vielen Abschnitten gut sichtbar erhalten. Aus der Sicht der Denkmalpfleger und Historiker stellen sie ein einzigartiges Bodendenkmal in Deutschland dar. Daher haben die vier Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern, durch die der Limes verläuft, im vergangenen Jahr die Unterschutzstellung des Limes als Weltkulturerbe bei der UNESCO beantragt. Nach der Anerkennung des oberen Mittelrheintals als Welterbe im Juni 2002 würde der Rhein-Lahn-Kreis bei einer weiteren Anerkennung gleich auf zwei Weltkulturerbestätten verweisen können. Die sich dadurch bietenden Entwicklungschancen für die Gemeinden und für die Region sollen – so Landrat Günter Kern – durch eine Arbeitsgruppe im Kreishaus intensiviert und genutzt werden. Dabei sollen die Bürger miteinbezogen werden.

Im Rahmen einer Konferenz in Nastätten am 11. Mai 2004 übernahm Landrat Günter Kern die Aufgabe der Koordination auf Kreisebene. Sie soll einzelne Projekte koordinieren und fördern sowie eine jährliche Limes-Konferenz organisieren. Im Kreishaus soll dazu referatsübergreifend mitgewirkt werden.  Auf der Insel Silberau werden sich Manfred Radermacher (Koordination), Detlef Oster (Öffentlichkeitsarbeit, Internet), Dr. Alkmar von Ledebur (Historische Ausarbeitungen), Rainer Rotard (Denkmalpflege) und Wolf-Dieter Matern (Tourismus- und Wirtschaftsförderung) mit einbringen. Kern setzt aber vor allem auf die Verbandsgemeinden und Gemeinden im Kreisgebiet, die vom Limes berührt werden. Doch denkt der Verwaltungschef auch an eine enge Zusammenarbeit mit dem benachbarten Rheingau-Taunus-Kreis. Durch die Einbeziehung der am Limes liegenden Gemeinden, Verbandsgemeinden und vor allem der seien nicht nur gute Ideen und Vorschläge zu erwarten. Der Kreis hoffe auch auf tatkräftige Unterstützung in Zeiten finanzieller Engpässe. Aus diesem Grund hat der Rhein-Lahn-Kreis auch eine Internet-Plattform geschaffen, auf der die Bürger sich über aktuelle Entwicklungen informieren können. Die Adressen:

www.limes-rhein-lahn.de
www.limes-im-rhein-lahn-kreis.de

Der Limes gilt heute als das längste und bekannteste archäologische Denkmal in Deutschland. Auf einer Gesamtlänge von 550 km verläuft er vom Rhein nördlich von Koblenz bis zur Donau westlich von Regensburg. Im Rhein-Lahn-Kreis verläuft er über Arzbach, Bad Ems, Schweighausen, Pohl und Holzhausen. Er war zwischen Rhein und Donau im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. die Grenze der römischen Provinzen Obergermanien und Raetien zum freien Germanien. Landrat Günter Kern möchte gemeinsam mit den im Rhein-Lahn-Kreis beteiligten Institutionen und Bürgern die Projektentwicklung vorantreiben. Hier – so Kern – stecke ein interessantes Potential für den gehobenen Tourismus und zur Sicherung des Welterbes für die kommenden Generationen.