Projekt Limespark – Der Limes in Pohl

So verwischt die Limes-Spuren im Pohler Feld und in der Ortslage auch sein mögen – im Pohler Wald sind sie bemerkenswert gut erhalten. Der Wald hat jahrhundertelang beschützt und bewahrt, was im Bewusstsein der Menschen verloren gegangen war und was erst in jüngster Zeit wieder allmählich zurückgewonnen wird.

Aus Hunzel und vom dortigen Kastell kommend tritt der Limes am Grenzweg der beiden Gemeinden in die Pohler Gemarkung ein. Gut
erkennbar sind an dieser Stelle noch die Standorte des steinernen Wachtturms 2/21 und seines hölzernen Vorgängers. Wo er aus dem
Landgrabenwald tritt, den man nach ihm benannt hat, lädt heute eine Sitzgruppe zum Verweilen und zum Ausblick auf den Limes-Verlauf
ein. Zur besseren Visualisierung hat die Gemeinde hier ein Stück Palisadenzaun wieder errichtet und eine Informationstafel angebracht.
Vorbei am oberirdisch nicht mehr sichtbaren Turm 2/22 strebt er nun der Höhe am Alten Friedhof zu. Dort stand links der heutigen Kreisstraße nach Lollschied Wachtturm 2/23. Ihn hat man später ins Kleinkastell hineingeholt, das man an dieser Stelle zur Grenz- und Wegekontrolle errichtet hat. In der Nähe der alten Überlandwege biegt der Limes fast rechtwinklig und parallel zur alten Keltenstraße nach Süden ab. Die Spuren im freien Feld sind verschleppt, auch der genaue Standort des Wachtturms 2/24 lässt sich nur ahnen.

Auf der Höhe am Pohler Stich, wo der Graben wieder sehr gut sichtbar ist, verlässt er bei Steinturm 2/25 die Pohler Gemarkung. Auch hier, wo man jüngst die Eckpunkte des Turmes wieder freigelegt hat, sind die Turmstandorte noch gut erkennbar. Der Turm und sein Limes-
Durchlass befinden sich heute mitten im Wald, wo sich die Gemarkungsgrenzen von Bettendorf, Obertiefenbach und Pohl treffen. Früher, als das Vorfeld des Turmes abgeholzt war, hatte er wegen seines grandiosen Ausblicks bis hin zu den Rhein-, Westerwald- und
Taunushöhen als Wachtturm sicher eine besondere Bedeutung.

Das 2011 eröffnete Freilichtmuseum Limeskastell Pohl ist ein nach heutigem Forschungsstand authentischer Nachbau eines römischen
Holz-Erde-Kastells mit Wachturm und wurde in unmittelbarer Nähe des Originalstandortes errichtet. Das weltweit einmalige Projekt wird
ehrenamtlich betrieben. Die beeindruckende basilica, das originalgetreu eingerichtete contubernium, Wallanlagen, der Turm mit einem
beeindruckenden Panoramablick auf Hunsrück, Westerwald und Taunus sowie eine ständig erweiterte Ausstellung bieten Besuchern
spannende Einblicke in das Leben an der Grenze. Ein kleiner Shop und das culinarium (Museumscafè) runden den Aufenthalt ab. Das Limeskastell ist Teil des UNESCO-Welterbes Obergermanisch-Raetischer Limes und liegt direkt am Limeswanderweg.

Weitere Informationen erhalten Sie direkt auf der Seite des Limeskastells Pohl: https://www.limeskastell-pohl.de